Schotten-Museum

Eröffnung Stadtgeschichte Schotten

27. November um 11 Uhr 

Gesonderte Einladung

Bericht Kreis Anzeiger 24. Juni 2022
23.06.2022
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Pressemitteilung
Vogelsberger Heimatmuseum Schotten ist „Museum des Monats“

Ausstellung nimmt mit auf eine Zeitreise in die Geschichte der Region.

Das Vogelsberger Heimatmuseum Schotten nimmt seine Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise: Im stattlichen Fachwerkbau in der Altstadt zeigen historisch eingerichtete Räume das Leben einer bürgerlichen Familie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die Forstgeschichte der Region und auch ein dunkles Kapitel der Gegend. Der Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein Schotten e.V. hat das Museum mit viel Liebe zum Detail neu konzipiert. Dieses Engagement wird nun gewürdigt: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute dem Haus die Auszeichnung „Museum des Monats“ verliehen und 1.000 Euro Preisgeld überreicht.

Museumsperlen ins Licht rücken

„Nach coronabedingter Pause bin ich sehr froh, endlich wieder die meist kleinen, aber feinen Perlen unserer Museumslandschaft mit unserer Auszeichnung ,Museum des Monats‘ ins Licht zu rücken. Das Schottener Heimatmuseum ist eine solche Ausstellung, die unsere Aufmerksamkeit verdient“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Sie zeigt anschaulich und greifbar das Leben im Vogelsbergkreis, sowohl Alltag als auch politische Entwicklungen – und spart auch die dunklen Seiten wie die Sonnenwendfeier auf dem Hoherodskopf mit Hitler und Göring nicht aus. Die Neukonzeption des Museums ist hervorragend gelungen und ich freue mich, dass wir sie seit 2018 mit rund 155.000 Euro unterstützen konnten. Mein Dank gilt den engagierten Mitgliedern des Vogelsberger Kultur- und Geschichtsvereins Schotten und allen, die dazu beitragen, dass dieses Museum ein Anziehungspunkt für alle ist, die die Geschichte der Region erleben möchten. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!“

Authentische Räume und eine Forstschule

Das Museum befindet sich im ehemaligen Haus der Schottener Familie Pröscher. Es war nach der Heirat des Forstassessors Karl Weber mit Ida Pröscher das Zentrum der Familie. Die neu gestaltete Ausstellung zeigt in authentisch eingerichteten Räumen der damaligen Epoche, wie wohlhabende Bürgerinnen und Bürger lebten – inklusive Arbeits- und Jagdzimmer von Staatsrat Weber. Die Ausstellung im zweiten Stock widmet sich der Forstwirtschaft. Die Forstschule in Schotten, für die sich Weber einsetzte, bildete rund 2.000 Förster aus – und trieb auch die Wiederaufforstung des um 1800 weitgehend kahlen Vogelsberg an. Auch die Landwirtschaft und Reformbestrebungen wie der Generalkulturplan, mit dem der darbenden Bevölkerung neue Perspektiven gegeben werden sollten, sind Thema.

 

Rundgang durch das Museum
"Eine Perle"
Eintragung in das Gästebuch

ZUKUNFTSAUSSICHTEN

Trotz Corona: Schottens Geschichtsverein hat 2022 einiges vor

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Kuratorin Kirsten Hauer, Vereinsvorsitzende Jutta Kneißel, Kurator Friedhelm Krause und Ausstellungsgestalter Thomas Scheuermann (v.l.) in einem der neugestalteten Räume des Heimatmuseums in Schotten. Über künftige Entwicklungen im Verein und Museum spricht Kneißel nun im Interview.© Stefan Weil

Corona mit seinen Beschränkungen wirkt sich auch auf den Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein aus. Vorsitzende Jutta Kneißel zieht Bilanz für 2021 und wagt einen Ausblick aufs aktuelle Jahr.
Abgesagte Veranstaltungen, ausgefallene Termine – Corona traf vergangenes Jahr auch den Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein hart. Dennoch kann die neue Vorsitzende Jutta Kneißel auch von Positivem, etwa der Museumsöffnung nach siebenjähriger Sanierung berichten. Und sie blickt auch in die Zukunft.

Wie wirkte sich die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr auf die Aktivitäten des Vereins aus?
Leider hat Corona 2021 viele geplante Aktivitäten verhindert. Das ist sehr bedauerlich. Immerhin fand die Jahresfahrt in die Pfalz statt. Sie war sehr informativ und ist angenehm verlaufen. Der Verein war auch bei den Bad Hersfelder Festspielen zum Musical »Goethe«. Und Ralph Turnheim hat mit seiner Lyrik zu Buster Keatons »Der General« begeistert. Alles andere konnte man erst gar nicht planen oder musste es schließlich wegen steigender Infektionszahlen absagen.

Trotzdem erlebte der Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein im Sommer einen großen Höhepunkt.
Wir konnten endlich das Heimatmuseum feierlich mit vielen Gästen wiedereröffnen. Es war wegen der umfangreichen Sanierung fast sieben Jahre geschlossen. Es ist auch eine völlig neugestaltete Ausstellung unter fachlicher Anleitung von Kuratorin Kirsten Hauer und Friedhelm Krausse entstanden. Ich hörte von vielen Seiten, dass die Ausstellung sehr schön geworden ist.

Was sind die Schwerpunkte?
Unsere Ausstellung hat mehrere Alleinstellungsmerkmale. Sie gibt Einblick in den Lebensalltag einer gutsituierten Schottener Familie Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie veranschaulicht das politische Wirken des Stadtrats Karl Weber, seinen Einsatz für die Försterausbildung mit Gründung der hessischen Landesforstschule in Schotten und seinen Einsatz für die Landwirtschaft. Weiterhin sind die Anfänge des Fremdenverkehrs und der touristischen Strukturen in Schotten und im Vogelsberg mit Wintersport und Wandertourismus zu sehen. Auch geht es um die Gewinnung von Holz und dessen Nutzung.

Sind weitere Ausstellungsbereiche geplant?
Dieses Jahr soll die Ausstellung zur Schottener Stadtgeschichte fertiggestellt und eröffnet werden. Damit verbunden ist eine Ausstellung zur Geschichte der Festhalle. Auch planen wir die Darstellung der Rennstadt Schotten mit dem Schottenring und das Leben der Schottener Wintermetzger sowie die Aufbereitung von Friedrich Falkners Holzmarionettensammlung.

Wann kann man sich die Ausstellung ansehen. Wie sind die Öffnungszeiten?
Alle, die bislang noch keine Zeit für einen Besuch hatten, sind eingeladen. Öffnungstage sind mittwochs und sonntags, jeweils von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Für Gruppen lassen sich gesonderte Termine unter Telefon 0160/8994225 vereinbaren. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Das Museum wird ehrenamtlich geführt von einem engagierten, guten Team, das den Dienst immer an den beiden Tagen übernimmt. In diesem Zusammenhang möchten wir Dank sagen für
die zahlreichen großen und kleinen Spenden, die den Verein vergangenes Jahr erreichten. Sie werden ausschließlich für die weitere museale Gestaltung verwendet.

Welche Aktivitäten sind neben der weiteren Ausgestaltung des Museums für dieses Jahr geplant?
Trotz der immer noch angespannten Lage hat sich der Verein dieses Jahr einiges vorgenommen. Unter strengen Hygienevorschriften unternahmen wir vor einigen Tagen eine Fahrt zur hochgelobten Rembrandt-Ausstellung im Frankfurter Städel. Im Sommer bieten wir zwei Fahrten zu den Burgfestspielen in Bad Vilbel an. Am 23. Juni steht eine Vorstellung der Comedian Harmonists mit vielen ihrer bekanntesten Lieder auf dem Programm. Am 21. August wollen wir die Vorstellung »Ewig jung«, eine Komödie über eine Theater-Truppe im Altersheim, besuchen. Die Angebote richten sich an alle Interessierten, auch Nicht-Vereinsmitglieder. Anmeldungen sind telefonisch möglich unter 0160/8994225.

Eine Jahresfahrt gehört zur Tradition im Vereinsleben. Findet solch ein mehrtägiger Ausflug auch 2022 – trotz Corona – statt?
Wir haben eine Jahresfahrt erneut fest eingeplant. Sie soll vom 28. bis 31. Juli nach Münster führen. Höhepunkte werden eine Besichtigung von Schloss Nordkirchen im südlichen Münsterland sein sowie eine Stadtführung in Münster mit Besichtigung des Rathauses und dem Saal des Westfälschen Friedens. Auch ein Besuch von Burg Hülshoff, dem Geburtsort Annette von Droste- Hülshoffs, ist geplant. Die Rückfahrt führt über Soest in Verbindung mit einer Stadtführung.

Der Kulturverein hatte nach Wiedereröffnung des Heimatmuseums im Herbst und der Vorweihnachtszeit mit einer Veranstaltungsreihe für Kinder begonnen. Wird sie fortgesetzt?
Ja. Bereits am 5. Februar – wie gewohnt ein Samstag – sind interessierte Kinder eingeladen. Von 15 Uhr bis 17 Uhr werden dort Schneemänner, Monster, Raketen und andere Figuren gebastelt. Anmeldungen sind möglich unter der E-Mail-Adresse info@heimatmuseum-schotten.de.

Welche Veranstaltungen sind sonst noch geplant?
Am 24. April steht »Indiskret«, ein Kunstprojekt über intellektuelle Frauen im inneren und äußeren Exil während der Nazidiktatur auf dem Terminplan. Die historische Figur von Gutle Rothschild, der damals reichsten Frau der Welt, steht im Mittelpunkt einer Vortrags-Veranstaltung am 7. Mai. Am 24. September laden wir zum schon mehrfach verschobenen zeitgeschichtlich-musikalischen Abend »Wind des Wechsels – Mauern bauen oder Segel setzen?« ein. Die Veranstaltungen finden im Museum oder im Dietrich-Bonhoeffer-Haus statt.

Corona belastet das Alltags- und Vereinsleben in vielfältiger Weise. Hat der Verein mit weiteren grundsätzlichen Problemen zu kämpfen?
Wie in vielen Vereinen werden auch die Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins immer älter. Wer sich für Geschichte und Kultur von Stadt und Vogelsbergregion interessiert, kann gerne beitreten und so für ein weiter aktives Vereinsleben sorgen. Auch Jüngere sind willkommen.

Quelle: Kreis Anzeiger 20. Januar 2022

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